Service

Kostenloser
Call-Back-Service:

Geben Sie uns Ihre Nummer
und wir rufen Sie zurück.

Krüger-Immobilien sortiert nach – 175 Container gehen zurück – Nebenkosten sinken

SALZGITTER. Wer Müll richtig trennt, spart bares Geld: Das sagen die Verantwortlichen der Emersion mbH, Eigentümer von fast 9000 Wohnungen in Salzgitter. Weil deren Restmüll seit Januar von einer Spezialfirma nachträglich sortiert wird, hat Verwalter Krüger Immobilien 175 Großbehälter an die Stadt zurück gegeben. Effekte laut Unternehmen: Die Nebenkosten sinken pro Wohnung und Jahr zwischen 30 und 60 Euro – je nach Quadratmeterzahl. "Wir geben die Vorteile an die Mieter weiter", sagte Emersion-Geschäftsführer Friedrich Thiele gestern auf einer Pressekonferenz. Die Zufriedenheit der Mieter steige – auch mit der Sauberkeit der Standplätze. Darum kümmere sich die Abfallmanagement-Firma CCSP (CityContainer-Spar-Programm; Offenbach) ebenso wie um die Beratung der Mieter – die konsequente Trennung des Mülls entlaste die Umwelt. Für Dietrich Leptien, Werksleiter des Städtischen Regiebetriebs (SRB) bedeuten 175 Großbehälter weniger ein Minus von 535 000 Euro pro Jahr. Da nun auch die Hausverwalterfirma Curanis nach diesem System verfahren wolle, kalkuliere man 2008 mit einem Verlust von etwa 800 000 Euro, "wenn es uns nicht gelingt, andere Einnahmequellen zu erschließen oder Kosten zu senken." Leptien geht zurzeit davon aus, dass deshalb 2009 eine Erhöhung der Gebühren um fünf bis zehn Prozent unumgänglich sei – auch für Salzgitteraner, die sortieren ließen. Die alkulation der Gegenseite nennt Leptien eine "Milchmädchenrechnung". Die Müllgebühren sind seit vier Jahren stabil. "Das Problem bleibt bei uns hängen, denn die Müllmenge wird nur anders verteilt",
argumentiert Leptien, der einräumt, dass die Stadt 2008 bei Altpapier bis zu 400 000 Euro mehr kassiere. CCSP-Mitarbeiter Volker Männche verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass man auf die Einnahmen aus Altpapier verzichte. "80 000 Euro gehen hier pro Jahr an die Stadt", sagte er. "Wir reduzieren die Müllmenge und verbessern die Qualität des wiederverwertbaren Materials. Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, Müllgebühren zu erhöhen", sagt Friedrich Thiele. Auch der SRB sollte sich bemühen, seine Betriebsabläufe so effizient zu gestalten, dass eine Steigerung nicht vorgenommen werden müsse. Der SRB sei jedoch "bereits auf dem Weg dorthin". Die SZ berichtete: Den Streit zwischen der Stadt und der Hausverwaltungsgesellschaft Krüger Immobilien hatte ein Urteil das Bundesverwaltungsgerichts im Dezember vergangenen Jahres beendet. Ergebnis: Das Nachsortieren von Haushaltsmüll ist zulässig, auch wenn er bereits im Abfallcontainer liegt. Restmüll ist nach den Worten von CCSP-Mitarbeiter Volker Männche der kostenintensivste Teil des Abfalls aus Haushalten. Durch die Nachsortierung könne das Volumen des Restmülls um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Er sei froh über das Urteil des undesverwaltungsgerichtes, sagte Männche. Dass das Hausverwaltungsunternehmen Curanis bei der Stadt einen Antrag auf Reduzierung der Behälter gestellt habe, bestätigte CCSP-Geschäftsführer Hartmut Kremser auf SZ-Nachfrage. Kremser rechnet damit, dass die Nachsortierung von Müll bei Curanis (5000 Wohnungen in Salzgitter) am 1. Juli beginnt. "Gute Ideen finden Nachahmer", kommentiert Friedrich Thiele. Das Engagement der Firma CCSP werde ausschließlich über jene Einsparungen finanziert, die aus der Rückgabe der Container resultieren, sagte Thiele.

Mittwoch, 23.04.2008
zurück